Juni 24

Was es dich kostet dich selbst in Frage zu stellen.

Sie hörte einfach nicht auf mit Worten auf mich einzuhämmern.

Ich hatte nein gesagt, klar und deutlich ausgedrückt, dass ich dieses Gespräch nicht mit ihr führen würde, aber sie hörte einfach nicht auf. Ganz im Gegenteil, sie wurde nur lauter, ungehaltener und fing an mich zu beschimpfen.

Während die Worte auf mich einprasselten fühlte ich etwas Hässliches in mir hochkommen. Sehr hässlich, von der Sorte hässlich, die man von sich selber so gar nicht sehen möchte.

Ich war so kurz davor diese Frau körperlich anzugreifen, so dermaßen voll war mein Maß und meine Grenze überschritten. Ich wusste, wenn ich dieses Gefühl zulassen würde, dann würde mir eine Sicherung rausfliegen und ich wäre nicht mehr Herrin meiner Ratio.

Alles passiert in Bruchteilen von Sekunden, in denen ich mich beobachtete und mir bewusst wurde ich musste eine Entscheidung treffen.
Denn so wollte ich mich nicht fühlen.

Ich weiß, dass es viel braucht, damit ich mich dermaßen in die Ecke gedrängt fühle, um über körperliche Gewalt nachzudenken, um in den Angriff zu gehen. Ich werde wütend, ja. Aber das bringt mich in der Regel dazu die Situation einfach zu verlassen und meine Emotionen mit mir alleine zu verarbeiten und dann das Gespräch zu suchen, wenn ich wieder unten bin.

An einen Punkt zu kommen an dem ich kurz davor bin einer anderen Person ins Gesicht zu schlagen ist eine Alarmglocke so groß, wie eine Abrissbirne und die sollte man immer ernst nehmen, bevor sie einschlagen.

Über Monate hatte sich das aufgebaut. Immer wieder verbale Attacken, obwohl ich mit dieser Frau direkt überhaupt nichts zu tun hatte. Jeder Versuch sich zusammen zu setzen und die Kommunkation zu verbessern, die in diesem Kontext nun mal in einem gewissen Maß nötig war, ob man wollte oder nicht wurde abgewiesen.

Mein Coach-Ich wusste, dass sie gar keine Lösung will, dass sie lieber in ihrem Drama hängt, das mit mir nichts zu tun hat, aber in diesem Kontext war ich kein Coach.

Auch als Coach ist man Mensch, Freundin und Kunde. 

Über Monate hatte ich gehofft die Situation ließe sich lösen, es gäbe die Möglichkeit einer Veränderung im Außen.

Und ja, ich hatte auf Anerkennung von anderen Menschen gehofft, wie abartig das Verhalten dieser Person doch ist. Übrigens jedem Gegenüber im besagten Kontext. 
Und genau da liegt das Problem: Wenn wir hoffen und warten, dass sich etwas verändert – wenn wir Anerkennung, dass wir Recht haben von außen wollen -, wollen wir, dass andere Menschen uns retten. Dass die anderen sich verändern und endlich unsere Wahrheit sehen.


Und so lange wir das tun, brauchen wir das, weil wir uns selbst nicht trauen voll und ganz hinter unserer Wahrheit zu stehen. 


Die Wut dieser Frau gegenüber und das Bedürfnis ihr an die Gurgel zu gehen, um sie zu schütteln, damit sie endlich aufhört war in Wahrheit gegen mich selbst gerichtet. 

Ich wollte mir selbst an die Gurgel und mich schütteln, damit ich endlich aufhöre mich so behandeln zu lassen, aufhöre zu warten und hoffen, dass DIE ANDEREN etwas tun würden, damit es mir besser geht. 
ICH musste eine Entscheidung treffen FÜR MICH. ICH musste etwas tun, damit das aufhört. ICH musste für mich gehen, zu meiner Wahrheit stehen EGAL, was die anderen Menschen in diesem Kontext davon halten würde, was sie über mich denken würden und welche Konsequenzen das hatte.

In diesem Fall wusste ich, dass die Konsequenzen sein würden, dass ich diesen Kontext schweren Herzens verlassen muss. Und genau das wollte ich nicht wahrhaben.

Ich wollte es nicht wahrhaben, dass sich im Außen nichts verändern würde, dass mir niemand Recht geben würde, dass mich niemand retten würde und, dass ich mit meiner Wahrheit zurückgewiesen würde. 

Das ist immer so, wenn wir es vorziehen in einer Situation zu bleiben, die uns nicht gut tut. Mit uns umgehen lassen auf Arten, die wir eigentlich nicht zulassen wollen. Wir bleiben aus Angst. Angst etwas zu verlieren, Menschen zu verlieren und Angst abgelehnt zu werden so, wie wir sind. Es tut ja auch einfach weh…

Und je mehr wir in einen Kontext investiert haben, desto größer ist die Angst das zu verlieren. Auch, weil wir häufig glauben wir verlieren etwas Wertvolles und so eine Gelegenheit, so ein Mensch, so eine Beziehung käme nie wieder. 

In meinem Fall war das nicht eine Beziehung (Meine Ehe ist gottseidank absolut großartig. Danke, Jan, ich liebe dich für das was wir haben). Aber ein Kontext, in den ich viel Zeit (täglich), Liebe und Energie investiert hatte in ein anderes Lebewesen. Zeit, Liebe und Energie in etwas, für das ich gerne langfristig die Verantwortung übernehmen wollte und das mir viel bedeutet. Und genau deswegen ist es mir so schwer gefallen abzuwägen. 
Viele der Umstände waren großartig und viele der Menschen auch. Ich hatte 10 Jahre nach so einer Möglichkeit gesucht. Und ich hatte Angst, dass so eine Gelegenheit nie wieder kommt.

Ich habe mich gefragt, ob es sich dafür nicht lohnen würde, das was mich belastet in Kauf zu nehmen. 

DIE ANTWORT IST NEIN!
So hart es ist, es lohnt sich nie deine eigene Wahrheit in Frage zu stellen. Wenn du in der Situation nicht bleiben kannst, ohne zu warten, dass sich etwas verändert, dann musst du für dich gehen. Für dein Recht, alles in deinem Leben zu haben, was du möchtest. So behandelt zu werden, wie du möchtest. Das zu erleben, was du möchtest. Das zu erschaffen, was du möchtest. In Kauf nehmen, dass Menschen nein zu dir sagen, damit wirklich nur Platz ist für die, die dich so lieben und schätzen, wie du bist. 

Ein 100% iges Ja zu etwas bedeutet immer ein Nein zu allen anderen Optionen. 

Das fängt beim Essenbestellen im Restaurant an und hört bei einem 100% igen Ja zu DEINER WAHRHEIT auf. 

So hart diese Erfahrung gerade ist, bin ich dieser Frau sehr dankbar. Sie war eine wundervolle Chance des Lebens wieder ein großes Stück selbst zu mir zu stehen, ohne zu zweifeln. Eine wundervolle Chance mich zu trauen für mich zu gehen und dabei tief zu vertrauen, dass etwas Unstimmiges loszulassen nur bedeutet Platz zu machen für etwas, das viel besser passt. Auch wenn ich gerade keine Ahnung habe wann und wie das in mein Leben kommt. 


Nur wenn, wir zu uns stehen, uns trauen voll und ganz zu vertreten, wer wir sind kann das Leben uns genau das liefern. Was du ausstrahlst ist wie ein Leuchtturm für das Leben, damit es weiß was es wohin liefern soll. Welche Wahrheit es wohin liefern soll. Dieser Leuchtturm sendet immer etwas aus und das Leben liefert zuverlässig. Es ist unsere Wahl, was wir aussenden. Immer. Zu 100%.  Und wir bekommen immer genau das. Immer zu 100%. Das Leben macht keine Fehler.

Den einzigen Fehler, den wir machen können ist uns nicht zu trauen voller Stolz und Wertschätzung unsere Wahrheit auszusenden.

Der Preis das nicht zu tun ist mittelmäßig zu leben, anstatt Großartigkeit zu zu lassen. Deine Großartigkeit. Jeder Mensch ist Großartig, nur die wenigsten erlauben sich, diese Großartigkeit zu spüren, anzunehmen und zu leben.

Der Preis nicht zu meiner Wahrheit zu stehen, wäre nie zu erfahren, wie großartig mein Leben sein kann. Wie großartig auch dieser Teil meines Lebens, der mir sehr wichtig ist, sein kann, wenn ich es erlaube.

LIEBE OHNE LIMIT fängt bei uns selbst an. Denn nur in dem Maß, in dem wir uns selbst so lieben, wie wir sind können wir anderen Menschen so lieben, wie sie sind.

Ich wähle Vertrauen. Vertrauen, dass meine eigene Wahrheit zu leben das Wertvollste ist, dass ich zu bieten haben. Dass ich dadurch andere inspiriere den Mut zu finden das auch zu tun. Immer und immer wieder. Wenn ich daran denken, wie es wäre, wenn alle Menschen das täten, wow das Potenzial das wir entfalten wäre unglaublich. 

Was würde es für dein Leben bedeuten, wenn du dir deine Großartigkeit erlauben würdest? Wenn du aufhören würdest zu warten, dass die anderen dir sagen, wie toll du bist und dass, du Recht hast? Wenn du aufhören würdest an dir zu zweifeln?

Es würde bedeuten, dass du ein Wunder nach dem anderen in deinem Leben zulässt. Wunder, die du gar nicht voraussehen kannst. Wunder, die dich immer wieder überraschen und staunen lassen.

Worauf wartest du?

Dein Leben ist jetzt! Drück Play


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